HOME → UHRENLEXIKON

Ihr Experte für Uhren – F.C. Bauer in München

Uhrenlexikon

Expertenwissen aus der Welt der Uhren: Mit unserem Uhrenlexikon erhalten Sie einen Einblick in die Funktionsweise und die Unterschiede von Uhren. Besuchen Sie unser Geschäft in München und wir beraten Sie gerne hinsichtlich Komplikationen und bei der Suche nach Ihrer neuen Armbanduhr.

AUTOMATIKWERK

Ein Automatikwerk ist ein mechanisches Uhrwerk, das durch die Bewegungen des Handgelenks aufgezogen wird. Dabei zieht eine Schwungmasse, der sogenannte Rotor, die Zugfeder im Inneren des Gehäuses auf. Das Automatikwerk ist dabei ein mechanisches Uhrwerk mit Zusatzmechanismus, der die kinetische in potentielle Energie umwandelt. Durch die Schwerkraft strebt die Schwungmasse dem Erdmittelpunkt zu.

ANKER

Ein mechanisches Uhrwerk ist komplex. Die Hemmung ist ein wichtiger Bestandteil und gibt den Takt an. Der Anker gibt dabei Impulse weiter. Die Unruh bewegt den Anker, die Palette hebt sich und gibt den Zahn des Hemmungsrads frei. Dieses Bauteil, das zusammen mit dem Hemmungsgrad die Energie des Federhauses an die Unruh überträgt, erinnert optisch tatsächlich an einen Schiffsanker.

BLITZENDE SEKUNDE / SECONDE FOUDROYANTE

Die Blitzende Sekunde ist eine kleine Sekundenanzeige und macht eine ganze Umdrehung pro Sekunde. Ihr Weg ist in meist vier, fünf oder acht Sprünge oder Abschnitte eingeteilt. Das ermöglicht eine Ablesbarkeit von ¼, 1/5, und 1/8 Sekunden. Zu unterscheiden ist die Fliegende Sekunde, die ein Mechanismus im Uhrwerk des Chronographen ist, der es ermöglicht, den Stoppzeiger während einer Zeitmessung auf Null zu stellen.

CHRONOGRAPH

Chronographen sind Uhren mit einer Stoppfunktion. Sie besitzen kleine Messkreise, sogenannte Totalisatoren, auf dem Ziffernblatt. Charakteristisch für Chronographen sind die beiden Drücker, die links und rechts neben der Krone platziert sind. Mit den beiden Drückern kann man die Stoppfunktion starten, anhalten und zurücksetzen. Das Wort Chronograph stammt dabei aus dem Griechischen und bedeutet Zeitschreiber.

CHRONOMETER

Eine wahre Präzisionsuhr ist der Chronometer. Ein Chronometer wird in unterschiedlichen Positionen und Temperaturen reguliert und durch eine unabhängige Prüfstelle nach 15-tägiger Messung zertifiziert. Dabei sind sieben Kriterien zu erfüllen: Mittelwert des täglichen Gangs, absolute Gangabweichung, Differenz zwischen horizontaler und vertikaler Lage, Streubreite der Gänge, Temperaturbeständigkeit und die Wiederaufnahme des Gangs. Die Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres, kurz COSC, ist die offizielle Schweizer Kontrollinstanz für Schweizer Chronometer.

DIGITALANZEIGE

Eine Uhr mit Digitalanzeige kommt ganz ohne Zeiger aus. Sie kann Zahlen oder Buchstaben darstellen. Dies kann als reine Digitaluhr erfolgen oder in Kombination mit beispielsweise einem Chronographen. Hier werden die Vorteile des Chronographen mit denen einer digitalen Anzeige kombiniert. Der größte Vorteil ist die schnelle Ablesbarkeit.

DRÜCKER

Einen Drücker findet man am Rand des Gehäuses einer Armbanduhr. Er aktiviert eine Zusatzfunktion oder Komplikation. Bei einem Chronographen kann man mittels Fingerdruck die Stoppuhr starten, unterbrechen oder zurücksetzen. Bei Taucheruhren sind die Drücker schraubbar und gewährleisten die Wasserdichtigkeit. Man unterscheidet zwischen Pilzdrückern, Formdrückern, geschützten Drückern und verschraubten Drückern.

DOPPELCHRONOGRAPH

Ein Doppelchronograph besitzt einen zweiten Stoppsekundenzeiger. Dieser sogenannte Rattrapante- oder Schleppzeiger ist ein nachspringender Zeiger und kann unabhängig vom Chronozentrumzeiger angehalten werden. Nach einem Zwischenstopp springt der Zeiger nach Knopfdruck dem ersten Stoppsekundenzeiger nach und läuft dann gemeinsam mit ihm weiter. Das macht er so lange, bis er unabhängig vom ersten Zeiger wieder angehalten wird.

EWIGER KALENDER

Der Ewige Kalender ist eine äußerst seltene Komplikation. Der aufwendige Mechanismus schaltet das Datum, den Wochentag und den Monat automatisch weiter. Dabei berücksichtigt er verschiedene Monatslängen und auch die Schaltjahre, bis zum Jahr 2100. Danach benötigt er eine Korrektureinstellung. Denn hier gibt es eine Abweichung vom Gregorianischen Kalender.

FEDERHAUS

Die Energie einer Uhr sitzt im Federhaus, die einen wesentlichen Teil darstellt. Das Federhaus ist ein Gehäuse zur Aufnahme einer Zugfeder. Sie erinnert im Aussehen an eine Trommel, in die die Feder aufgewickelt ist. Durch das Gehäuse wird eine unkontrollierte Entspannung bei einer Demontage des Uhrwerks ausgeschlossen werden.

FALTSCHLIESSE

Die Faltschließe ist eine der sichersten Verschlussarten für Uhrenarmbänder. Die beiden Enden lassen sich, im Gegensatz zur Dornschließe, nie ganz voneinander trennen. Denn sie sind immer durch ein mit Scharnieren versehenes System verbunden. Lediglich der Umfang vergrößert sich bei der Öffnung, sodass ein einfaches Überstreifen der Armbanduhr gewährleistet ist. Die Faltschließe lässt sich mit einer Hand bedienen.

FREQUENZ

Die Frequenz gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde an und wird in Hertz gemessen. Üblich sind Uhren mit vier oder fünf Hertz. Bei mechanischen Uhren wird gewöhnlich anstelle der Schwingfrequenz oft die Zahl der Halbschwingungen pro Stunde angegeben. So ergeben 8 Schläge pro Sekunde 4Hz. Hochfrequente Uhren sind in der Regel genauer als niederfrequente.

HEMMUNG

Die Hemmung stellt eine Verbindung zwischen Räderwerk und Gangregler her. Man unterscheidet drei Arten: Die rückführende oder rückfallende Hemmung, die ruhende Hemmung, die freie Hemmung. Alle drei sind durch vier Aufgaben miteinander verbunden: zugeführte Bewegung mäßigen, Antriebskraft auf Räderwerk wirken lassen, Kreisbewegung in Schwingungen des Gangreglers verwandeln und die Kraft des Gangreglers zu ersetzen. Das Ergebnis ist eine ruhig und harmonisch laufende Uhr.

HANDAUFZUGSWERK

Bei Uhren mit einem Handaufzugswerk zieht man das mechanische Uhrwerk mit der Krone per Hand auf. Es ist das ursprünglichste Wesen einer mechanischen Uhr. Der Antrieb des Zeitmessers wird dabei durch den manuellen Aufzug mit Kraft versorgt. Vom Federhaus gelangt die Energie über das Räderwerk auf das Hemmungsrad. Der Anker verbindet das Hemmungsrad mit der Unruh und sorgt für die Schwingung.

GANGRESERVE

Die Gangreserve gibt die Zeit an, die eine Uhr nach dem Aufziehen läuft, bis man sie erneut aufziehen muss. Es ist die restliche Energie der Zugfeder im Uhrwerk, denn diese entspannt sich allmählich. Häufig ist eine Gangreserve von 48 Stunden. Es gibt aber auch Modelle, die eine längere Gangreserve aufweisen.

INDEX

Der Index oder die Indizes einer Uhr befinden sich am Außenrand des Ziffernblatts und stehen für die Sekunden, Minuten und Stunden. Die Indizes zeigen die Zahlen der Zeit an und werden in arabischen oder römischen Ziffern angegeben. Aber auch Platzhalter wie Diamanten oder Embleme können Teil der Indizes sein. Eine Veredelung mit Gold oder Platin ist ebenfalls möglich und bei Luxusuhren häufig verwendet.

JAHRESKALENDER

Eine Armbanduhr mit Jahreskalender zeigt das genaue Datum inkl. Tag und Monat an. Das Besondere dabei ist, dass sie die unterschiedlichen Längen der Monate berücksichtigen kann, wenn sie von Hand berichtigt wird. Die Komplikation muss nur einmal jährlich manuell korrigiert werden. Der Ewige Kalender hingegen kann die Schaltjahre selbständig berücksichtigen.

KALIBER

Das Kaliber ist die eindeutige Bezeichnung der Baureihe eines mechanischen Uhrwerks und beschreibt die Form und Größe dessen. Die Kalibernummer steht dabei für den Werkstyp. Muss ein Ersatzteil bestellt werden, kann mithilfe des Kalibers der genaue Typ und die Bauart bestimmt werden. Im Französischen heißt es “calibre” und wird mit “cal.” abgekürzt.

KOMPLIKATION

Die Komplikation einer Uhr ist eine Zusatzfunktion. Alle Uhren haben eines gemeinsam: Sie zeigen die Uhrzeit an. Je mehr Komplikationen eine Uhr besitzt, desto multifunktionaler ist sie. Eine Komplikation kann nur von erfahrenen Spezialisten gefertigt werden. Dazu zählen zum Beispiel ein Ewiger Kalender, die Repetition oder der Chronograph.

KLEINE SEKUNDE

Der normale Sekundenzeiger, auch Zentralsekundenzeiger, ist in der Mitte des Ziffernblatts angeordnet. Die Kleine Sekunde hingegen befindet sich dezentral, denn die Räder im Uhrwerk sind ebenfalls nicht mittig angeordnet. Das Ziffernblatt verlängert dabei den Zapfen des Sekundenrads und erhält einen separaten Zeiger. Meist befindet sich die Kleine Sekunde im unteren Teil bei 6 Uhr.

KRONE

Die Krone befindet sich meist am rechten Gehäuserand einer Uhr. Mit dieser Aufzugskrone stellt man die Zeiger und die Datumsanzeige ein. Bei mechanischen Uhren kommt der Krone noch eine weitere Funktion zuteil, denn sie wird zum Aufziehen verwendet. Bei wasserdichten Uhren ist die Krone verschraubt, um ein Eindringen von Wasser zu verhindern.

LUMINESZENZ

Durch die Lumineszenz leuchten Zeiger, Indizes und andere Elemente des Zifferblatts. Sie sind mit einer speziellen Leuchtmasse versehen. Hierdurch können Elemente auch im Dunkeln abgelesen werden. Sie speichern das Licht und geben es im Dunkeln ab. Auch gerade bei Taucheruhren ist der Leucht-Effekt ein wichtiges Merkmal.

LÜNETTE

Die Lünette ist der Rahmen einer Uhr, hält das Uhrglas fest und beinhaltet mehrere Funktionen. Zum einen ist die Lünette ein optisches Merkmal. Sie ist glatt, geriffelt oder mit Diamanten besetzt. Eine technische Funktion kommt der Lünette bei Tachymetern oder GMT zu Teil. So kann zum Beispiel eine zweite Zeitzone angezeigt werden, die Himmelsrichtung oder auch ein Geschwindigkeitsmesser realisiert werden.

MINUTEN-REPETITION

Durch die Komplikation Minutenrepetition kann die Zeit mittels eines Drückers oder Schiebehebels hörbar gemacht werden. Es gibt dabei verschiedene Repetierweisen, die akustische Signale von unterschiedlicher Genauigkeit ermöglichen. Von der einfachen Viertelrepetition, die nur die Anzahl der Stunden und Viertelstunden schlägt, bis zur Minutenrepetition, die die Stunden, Viertelstunden und Minuten in jeweils unterschiedlichen Tonhöhen erklingen lässt.

MONDPHASENANZEIGE

Die Mondphasenanzeige ist eine Komplikation, die Veränderungen der Mondphasen und dessen Erscheinung auf der Erde darstellen kann. Meist ist ein Fenster am oberen Rand bei 12 Uhr angebracht, in dem die Mondscheibe über den Nachthimmel wandert. Die Anzeige der Lunation kann aber auch mittels einer Zeigeranzeige erfolgen.

NIHS 92-10

Der Code NIHS 92-10 gibt die Wasserdichtigkeit einer Uhr nach der internationalen Norm ISO-2281 an. Sie bezieht sich dabei nur auf das Gehäuse. Meist finden Sie die Angaben zur Wasserdichtigkeit auf dem Gehäuseboden der Armbanduhr. Die Dichtigkeit gibt man dabei meist in Meter oder Bar an. Nach ISO-2281 muss eine Uhr eine halbe Stunde in einem Meter Tiefe und 90 Sekunden in 20 Metern Tiefe unbeschadet überstehen.

PLATINE

Einzelne Bestandteile und Komponenten eines Uhrwerks werden auf der Platine montiert. Platinen sind sehr dünn und flach und bestehen meist aus Messing oder Neusilber. Die Oberseite ist Richtung Gehäuseboden platziert und ist die Halterung der Bestandteile des Uhrwerks. Die Unterseite der Platine oder Werkplatte nennt man Ziffernblattseite.

QUARZWERK

Den Takt bei Quarzwerken gibt ein Oszillator an. Mit Hilfe eines Schwingquarzes hält er seine Frequenz besonders genau. Die Anzeige ist sowohl digital als auch mit analogen Zeigern möglich. Die digitalen Quarzuhren werden mittels eines Motors angetrieben und heißen deshalb auch Echtzeituhren. Auch Quarzuhren können Komplikation aufweisen, wie beispielweise Chronographen, Ewige Kalender oder Mondphasen.

RÄDERWERK

Räderwerk ist zum einen ein Sammelbegriff für alle in einem mechanischen Uhrwerk enthaltenen Zahnrad-Getriebestufen. Manchmal meint man damit auch das gesamte Uhrwerk. Ein Räderwerk in einer Uhr übertragt die Energie vom Federhaus über Triebe und Zahnräder auf das Hemmungsrad.

REPETITION

Eine Repetition verkündet akustische Signale. In verschiedenen Intervallen kann der Träger der Uhr einen Schiebehebel oder einen Drücker betätigen, um so das Schlagwerk zu aktivieren. Von der einfachen Viertelrepetition, die nur die Anzahl der Stunden und Viertelstunden schlägt, bis zur Minutenrepetition, welche Stunden, Viertelstunden und Minuten in verschiedenen Tonhöhen erklingen lässt, ist die Repetition möglich.

ROTOR

Ein Rotor ist ein wesentlicher Bestandteil einer Automatikuhr. Bewegt man das Handgelenk, an dem sich die Uhr befindet, wird der Rotor in Schwung gebracht. Der Rotor kann auch als Schwungmasse bezeichnet werden. Durch die Bewegung entsteht Energie, welche die Zugfeder der Uhr wieder aufzieht.

STEINE (JEWELS)

In Uhrwerken verwendet man Edelsteine oder Rubine, um die Reibung und den Verschleiß zu verringern. Die außerordentliche Härte der Edelsteine ist dabei ausschlaggebend. Meist kommen Korunde zum Einsatz. Wie viele Lagersteine verwendet wurden, findet man auf dem Ziffernblatt, dem Gehäuseboden oder im Uhrwerk selbst, wenn der Boden transparent ist.

TOURBILLON

Wegen der Schwerkraft ist die Ganggenauigkeit von Uhren nicht in jeder Lage gleich. Um dies auszugleichen, kommt der Tourbillon ins Spiel. Es ist eine Vorrichtung, bei der sich das Schwingsystem um die eigene Achse dreht. Bereits im Jahr 1801 erfand Abraham-Louis Breguet diese Komplikation, um bei Taschenuhren die durch die Schwerkraft bedingte Gangabweichungen in senkrechten Positionen auszugleichen.

UNRUH

Die Un ruh ist ein zentraler Bestandteil mechanischer Uhrwerke und regelt deren Gang. Es handelt sich bei der Unruh um einen geschlossenen Reifen und einer Spiralfeder. Das System ist schwingungsfähig und damit wichtig für den gleichmäßigen Gang der Uhr. Denn die Hemmung versetzt die Unruh in einen konstanten Schwung und sorgt dafür, dass sich das Räderwerk gleichmäßig bewegt.

VOLLKALENDER

Eine Uhr mit einem Vollkalender besitzt Anzeigen für Datum, Wochentag und Monat. Es gibt auch Modelle, die zusätzlich mit einem Mondkalender ausgestattet sind. Anders als beim Ewigen Kalender müssen die schwankenden Monatslängen manuell ausgeglichen werden. Standardmäßig zählt der Vollkalender immer 31 Tage pro Monat. Hat der Monat nur 30 Tage, kann einfach per Hand vorgedreht werden.

WASSERDICHTIGKEIT

Die Wasserdichtigkeit von Uhren wird mit ATM oder BAR (bar) angegeben. Sie gibt Auskunft über die Druckfestigkeit zu einem bestimmten atmosphärischen Außendruck, dem die Dichtungen des Uhrengehäuses standhalten müssen. Eine Wasserdichtigkeit von 1 bar entspricht einer Tiefe von 10 Metern. Aber Achtung: Ist bei einer Uhr eine Wasserdichtigkeit von 3 bar angegeben, ist diese lediglich spritzwassergeschützt und Hersteller garantieren nicht, dass die Uhr beim Tauchen oder Schwimmen hinlänglich geschützt ist.